Die Bäckerei Bergmann

Ein Familienunternehmen stellt sich vor.
Die Mischung aus Moderne und Tradition ist unser Rezept.

Die Bäckerei Bergmann – dieser Name steht für 100 Jahre Backtradition. Das Backen war und ist eine echte Leidenschaft in unserer Familie und das kommt nicht von ungefähr. Verführerisch duftendes Brot, knusprig warme Brötchen oder ein Kuchen, der die Geschmacksnerven verwöhnt – das spricht für ein wahrhaft sinnliches Handwerk.

Diese Leidenschaft möchten wir an unsere Kunden weitergeben. Jede Mahlzeit und jeder Snack zwischendurch sollen ein kleines Fest für den Gaumen sein. In unsere Brötchentüten packen wir stets eine kleine Portion Vorfreude mit ein, so dass man bereits auf dem Heimweg herzhaft hineinbeißen möchte.

Sie als Kunde sollen beides bekommen: Einen modernen Service und ein ursprüngliches Geschmackserlebnis. Mit der Zeit zu gehen, gehört ebenso zu unserer Philosophie wie das Bewahren altbewährter Rezepte. Diese werden samt ihrer kleinen Geheimnisse in unserer Familie seit 100 Jahren gehütet und weitervererbt. Unsere erste Backstube stand in Griefstedt. Hermann Bergmann, mein Urgroßvater, übernahm 1908 das Geschäft. Fast 30 Jahre lang versorgte er das Dorf mit seinen Backwaren. Doch dann kam er bei einem tragischen Unfall ums Leben. Seine Frau Minna wusste, wie viel ihrem Mann das Bäckerhandwerk bedeutet hatte und so brachte sie die Kraft auf, den Laden einige Jahre lang weiterzuführen. Der 2. Weltkrieg jedoch zwang sie aufzugeben.

Bäckermeister Kurt Bergmann

Dass dies aber nicht das Ende der Bäckerei Bergmann war, wusste ein kleiner Knirps schon damals. Für meinen Vater, Kurt Bergmann, war die Backstube so etwas wie ein zweites Kinderzimmer. Fasziniert von dem Beruf des Bäckermeisters stand für ihn bereits mit sieben Jahren fest: “Ich werde Bäcker.” Das versprach er seiner Oma.

Und: Er hielt sein Wort.

1946 begann Kurt Bergmann die Lehre als Bäcker in Sömmerda. Er arbeitete zunächst als Geselle in der ehemaligen Familienbäckerei in Griefstedt. Er lebte seinen Kindheitstraum und gab die Liebe zu seinem Beruf weiter. So wurde auch mein Vater von klein auf mit dem “Bäckervirus” infiziert.

1961 zog unsere Familie nach Frömmstedt. Dort übernahm mein Vater die Gemeindebäckerei und legte somit den Grundstein für unser heutiges erfolgreiches Familienunternehmen – ganz im Sinne seiner Großeltern – denn aus dem einstigen Versprechen wurde eine Familienehre.

Der Beginn einer neuen Zeit: Die Wende

Um auf dem neuen freien Markt konkurrenzfähig zu bleiben, musste die Bäckerei Bergmann komplett umgebaut werden. Aus diesem Grund blieben unsere Backöfen ein halbes Jahr lang kalt. Eine Auszeit, die sich gelohnt hat: neu eingerichtet und ausgestattet, konnten wir wieder loslegen. Zugegeben: dass die Kunden unsere Backwaren bereits vermissten, war für uns ein gutes Gefühl und gab Energie für alles Kommende.

Auf den Trabi warten – dass es dieses Phänomen auch nach dem Ende der DDR noch gab, dafür sorgten wir. Anfang der neunziger Jahre traten die Frömmstedter Backwaren täglich ihre Reise in umliegende Orte an. Unser Trabant 601 wurde bis an die Wagendecke mit Brot und Brötchen beladen und aus den Liebhabern des rollenden Bäckerladens wurden schon bald treue Stammkunden.

Backstubenfest 2006

Die Qualität aus Frömmstedt sprach sich herum. Eine Beliebtheit, der unser Trabi bald nicht mehr gewachsen war und so bekam das Familienunternehmen Zuwachs in Form eines Transporters. Der erfolgreiche Überlandservice hatte uns durch die wechselhaften Zeiten des Umbruchs gebracht. Statt nur zu überstehen, konnten wir uns sogar über eine gestiegene Nachfrage freuen. Für mich gab es noch einen Grund mehr, stolz zu sein: ich führte von 1990 als Junior-Chef zusammen mit meinem Vater die Bäckerei Bergmann.

Die Bäckerei Bergmann wächst.

Der nächste Umbau unserer Bäckerei war 1992 fällig. Dabei lieferten wir den Beweis, dass sich in nur drei Monaten eine ehemalige Stallung in eine Backstube verwandeln kann. Modernisieren, umstrukturieren oder investieren, zum Beispiel in hochmoderne ölbetriebene Backöfen und neue Brötchen- und Brotanlagen. Neue Aufgaben und Herausforderungen, denen wir uns zeitgemäß stellten. Dennoch wollten und wollen wir eines nie: Massenware ohne Charakter herstellen. Unser Prinzip ist und bleibt: ganz gleich, welche Neuerung ins Haus steht: ein Bergmann-Brot muss immer wie ein Bergmann-Brot schmecken. Denn wir wissen, dass unsere Kunden diese Qualität schätzen.

Parallel zu den Bauarbeiten feierten wir eine Premiere. Im Okay-Einkaufsmarkt in Kindelbrück eröffneten wir unsere erste Bergmann-Filiale.

Eine Familientradition fortzusetzen, das ist für mich im wahrsten Sinn des Wortes eine Herzenssache. Als die Bäckerei Bergmann 1993 komplett auf mich übertragen wurde, war ich mir sowohl der Ehre als auch der Verantwortung dieser Aufgabe bewusst. Die nächsten zwei Filialen, in Weißensee und in Greußen, kamen hinzu und das Unternehmen hatte inzwischen 20 Angestellten eine Arbeit gegeben.

Mit der beruflichen und der privaten Unterstützung meiner Frau Martina ging es Schritt für Schritt weiter. Ich habe das große Glück, eine Familie zu haben, die mir jeden Tag den Rücken stärkt. Selbst der ärgste Stress wird spätestens im Nachhinein betrachtet zu einem gemeinsam bewältigten Erlebnis. Was als kleiner Familienbetrieb begann, ist heute ein leistungsstarkes und beliebtes Bäckereiunternehmen, das auf stolze 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewachsen ist. Meine Söhne Matthias und Thomas sind starke Partner an meiner Seite. Sie sind jung, voller Ideen und bringen frischen Wind ins Unternehmen. Als Vater macht mich das stolz – vor allem, weil sie die nächste Generation sind, die beides in ihrem Beruf leben: das Moderne, das voran treibt und die Backtradition, die man schmeckt.


Ihr Winfried Bergmann